Japan
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Zwei Wochen kreuz und quer durch Japan

März/April 2003

 

Ein Zufall ließ mich kurzentschlossen zu dieser wundervollen Reise kommen. Japan ist ein Land voller Kontraste! Ein Dokumentarfilm im Fernsehen, ein Anruf beim „Rotel“ und ich erwischte gerade noch den letzten freien Platz für diese „Hotel-Reisegruppe“.

Nach einem 10stündigen Flug über Russland und China erreichten wir am frühen Morgen Osaka. Hier erwartete uns die deutsche Reiseleiterin, die 5 Jahre in Japan die Sprache und Geschichte studiert hatte. Bei herrlichstem Wetter brachte uns ein Bus in gut 2 Std. Fahrt durch leichtes Hügelland und industriereiches Gebiet nach Kioto, die Wiege der Nation mit 1,5 Mio. Einwohner. Eine faszinierende Stadt der 1000 Tempel und Schreine, die ihr einmaliges kulturelles Erbe bewahrt hat. Die Straßen sind rechtwinklig und überschaubar angeordnet wie ein Schachbrett, doch fühlte man sich zum Analphabeten degradiert, klein und hilflos, bei all den rätselhaften Schriftzeichen.

Wir waren in erstklassigen 4 - 5 Sterne Hotels untergebracht. Nach einer kurzen Mittagspause folgte gleich das Tagesprogramm mit einem Stadtrundgang von einigen Km. Wir besuchten die ersten Tempel, Schreine und Zen-Gärten. Die Kirschblüte stand teilweise schon in vollem Ausbruch. An das jap. warme und kalte Frühstücks- Büfett konnte man sich schnell gewöhnen. Es fehlte an nichts! Die Begrüßung wurde überall durch eine mehr oder weniger tiefe Verbeugung ausgeführt. Nach jap. Sitte bleiben die Schuhe stets vor der Tür. Trinkgeld ist in Japan nicht üblich, das wäre eine Beleidigung. Besonders beeindruckend ist die unvorstellbare Sauberkeit. Auf den Straßen findet man kein Schnippselchen Papier, keine Zigarettenkippe, Kaugummi oder Hundehaufen. Ausspucken ist verboten. Wildwuchs ist verpönt. Die Bäume werden getrimmt um sich - wie der Mensch - in die Gemeinschaft einzufügen.
Auch am nächsten Tag erlebten wir die Hochburg des Zen-Buddhismus größtenteils zu Fuß. Was wäre Kioto ohne die berühmten Steingärten. Diese Rätsel, die von dem Zen-Buddhismus in die Welt gesetzt wurden. Japaner haben eine vollkommen andere Lebensphilosophie. Zen ist kein Glaube, sondern eine Selbsterfahrung. Die Kunst sich im eigenen Körper von eigenen Gedanken zu befreien. Auch eine Tanz- und Modenschau der Geishas wurde uns neben den vielen Tempeln geboten.

Shinto heißt der Weg der Götter und ist etwas Ur-japanisches. Keine Religion im herkömmlichen Sinn, sondern eine Verehrung von Ahnen und göttlicher Natur. Die Schreine sind religiöse Kultstätten des Schintoismus, der ein animistischer Glaube an ein Leben voller Glück ist. Ein Glaube an die Einmaligkeit des Lebens und an die Endgültigkeit des Todes. Vor jedem Schrein befindet sich ein Becken aus dem die Gläubigen Wasser schöpfen, um sich die Hände zu waschen und den Mund auszuspülen. Der Schintoismus legt großen Wert auf innere und äußere Reinheit.
Shinto heißt der Weg der Götter und ist etwas Ur-japanisches. Keine Religion im herkömmlichen Sinn, sondern eine Verehrung von Ahnen und göttlicher Natur. Die Schreine sind religiöse Kultstätten des Schintoismus, der ein animistischer Glaube an ein Leben voller Glück ist. Ein Glaube an die Einmaligkeit des Lebens und an die Endgültigkeit des Todes. Vor jedem Schrein befindet sich ein Becken aus dem die Gläubigen Wasser schöpfen, um sich die Hände zu waschen und den Mund auszuspülen. Der Schintoismus legt großen Wert auf innere und äußere Reinheit.

Hingegen durchschaut der Buddhismus die Welt als Illusion. Die Lehre Buddhas glaubt an Wiedergeburten zur Erlösung der Leiden dieser Welt und zum Erlöschen des Selbst (Nirwana). In den Tempeln und Familien-Altars verehrt das Volk (80 % der Japaner) ihren Buddha.
Ein Tagesausflug brachte uns in das Tempelgebiet von Nara, der einst noch vor Kioto kaiserlichen Hauptstadt, mit der größten 16 m hohen bronzenen Buddha-Statue der Welt. Wir reisten größtenteils mit dem Shinkansen Superexpress (210 km/h). Aber auch Taxis, Busse, Straßen -und U-Bahnen beförderten uns in den verschiedenen Städten. Hiroshima war unser nächstes Ziel. Die Gedenkstätte und das Museum im Friedens-Park waren beeindruckend, ebenso die zauberhaften Kirschblüten.
Leider brachte der folgende Tag den ersten Regen, als wir die kleine Götterinsel Mijayima per Boot ansteuerten. Einst war das Betreten dieser heiligen Insel für normal sterbliche verboten. Der große Schrein, der aus dem 12.Jh. stammt, gab der unberührten Natur und der mit Wolken behangenen Bergszenerie einen geheimnisvollen Reiz. Der frei im Wasser stehende rote Torbogen gehört wohl zu den bekanntesten Wahrzeichen Japans und fehlt in keinem Reiseführer.

Diesmal war unser Hotel ein jap. Gästehaus (Ryokan), ein Ort der Entspannung, an dem alles vorhanden war, was jap. Gastfreundschaft und Lebensart zu bieten hatte. Die schlichten in Holz- und Grastapeten gehaltenen Gästezimmer im typischen Tatami-Stil sind mit Reisstrohmatten ausgelegt. Zur Nachtruhe werden die Futons, die tagsüber in Wandschränken verstaut sind, auf die federnden Tatami-Matten ausgelegt. Die Reispapier-Schiebefenster geben dem Raum eine gemütliche Atmosphäre. Abends hatten wir die Möglichkeit zum Baden in einem typisch jap. Thermalbad (40°). Es dient zur Entspannung. Ein hierfür bereit gelegter Kimono gehörte zu jeder Zimmerausstattung. Zuvor musste eine gründliche Körperreinigung stattfinden. Das Frühstücksbüfett war  in allen Hotels ähnlich und unvorstellbar üppig. Auch die Sonne lachte wieder am nächsten Morgen.
Es folgte ein Reisetag, der uns diesmal über Nagoya und einer 2stündigen Zugfahrt hinauf in die jap. Alpen, in das reizvolle Takayama, brachte. Die Stadt hat an vielen Stellen noch ein mittelalterliches Gepräge. Wir besuchten ein Museumsdorf in dem das Landleben der Bauern im 15. und 16. Jh. in ihren z.T. noch mit Stroh bedeckten Häusern und primitivsten sanitären Einrichtungen ausgestattet waren. Wie überall in Japan mussten auch hier die Schuhe vor der Eingangstür durch Pantoffeln ausgetauscht werden, denn es herrschte peinlichste Sauberkeit.
Auch der folgende Tag brachte wieder viel Sonnenschein während der einmalig schönen Rückfahrt durch das Hidagawa -Tal und über Nagoya in den Hakone N.P. Bei klarer Sicht konnten wir vom Zug aus schon den zum Greifen nahe gelegenen, mit Schnee bedeckten, Vulkan Fuji , erblicken. Mit einem anschließenden Bootsausflug auf dem Ashi - Kratersee fuhren wir per Seilbahn in 1300 m Höhe zu den Schwefelschwaden, die aus dem Gebirge dampften. 

 

 

 

Übernachtung im tollen Palace - Hotel, das uns auch wieder ein Thermalbad zur Entspannung offerierte.

Auf der Fahrt nach Tokio stand uns glücklicherweise wieder ein eigener Bus zur Verfügung. Es regnete, wie so oft im April. Die letzten Tage waren der Hauptstadt gewidmet, hektisch und exotisch zugleich. Hier prallen die Kontraste aufeinander! Trotzdem ist Japan noch ein ziemlich sicheres Reiseland. Überfälle gibt es bisher kaum. Man kann selbst nachts allein durch die Straßen gehen. Wir fuhren u.a. auf die 50 Etagen hohen Twin -Türme des Metropolitan Building. Die Aussichtsplattform in 202 m Höhe bietet einen wunderbaren Panoramablick über die 12 Mio. Stadt

Den letzten Tagesausflug erlebten wir per Bus in die nördliche Bergwelt des Nikko N.P. in dem wir nun statt Kirschblüten Schneereste vorfanden.

Der nahe gelegene Chuzenjisee tauchte sein Gesicht in eine zauberhafte Winterlandschaft. Bei nur 7° Mittagstemperatur wurde allerdings die schönste Beschaulichkeit mit dem großen Wasserfall ein fast winterliches Erlebnis, das uns schnell wieder in den Bus trieb.

Der berühmte Fischmarkt von Tokio, den man morgens um 5 Uhr besuchen musste, durfte natürlich auf dieser Reise nicht fehlen. Ebenso eine Bootsfahrt unter den 12 Brücken des Sumida Rivers und ein Nachmittagsbummel über die Ginza, Tokios schicke Shoppingmeile.

 

Nun müsste die ganze Reise mit doppelter Zeit noch einmal stattfinden, um in den wirklichen Genuss dieses reizvollen Landes zu kommen.